SCHUFA SCHUFA-Auskunft und Schufa-Klausel

DatenauswertungDie SCHUFA – die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – stellt die wohl wichtigste und einflussreichste Datenspeicherung von Informationen im Bereich Finanzen und Zahlungsverhalten der Verbraucher dar.

Geschichte und Zweck der SCHUFA

Gegründet 1927 als regionaler Verein in Berlin arbeitet die SCHUFA seit 2000 als Aktiengesellschaft, in der 2002 schließlich die acht existierenden Regionalgesellschaften unter einer Holding zusammengefasst wurden. Finanziert wurde und wird die Schufa schon immer von Kreditunternehmen und Geschäftsleuten, die sich so eine umfassende Wirtschaftsauskunftei schaffen wollten, um sich auf diese Weise noch vor ihren Geschäftsabschlüssen Informationen über das Zahlungsverhalten und die Bonität ihrer Vertragspartner einholen zu können. Neben der Verhinderung von Kreditausfällen soll die Speicherung der Daten zugleich den Verbraucher vor Überschuldung schützen.

Was speichert die SCHUFA?

Auch wer sich nie etwas hat zuschulden kommen lassen, nie einen Privatkredit in Anspruch genommen hat, findet sich in der SCHUFA wieder. Dies hat mit der Art der gespeicherten Daten zu tun.

Im Einzelnen speichert die SCHUFA zunächst die wichtigsten Personendaten:

  • Vorname und Name, auch frühere Namen, Geburtsdatum, Geschlecht
  • Anschrift und soweit bekannt auch frühere Anschriften

Dazu kommen die relevanten Daten aus dem wirtschaftlichen Bereich:

  • Vorhandene Konten wie Girokonten
  • Kreditkarten
  • Kredit- und Leasingverträge mit den Daten über Laufzeit und Höhe
  • Handyverträge
  • Kundenverträge im Versandhandel

Diese Daten sind eher wertneutral oder sogar positiv zu werten. Dabei können die Kontostände, Vermögen oder Einkommen, selbst wenn diese Informationen der SCHUFA bekannt wären, nicht gespeichert und zur Abfrage freigegeben werden.

Negativ fallen hingegen folgende Einträge auf:

  • Vertragswidriges Verhalten, zum Beispiel durch stockende Rückzahlungen
  • Gekündigte Kontoverbindungen
  • Eingezogene Kreditkarten
  • Eintragungen im Schuldnerverzeichnis der Amtsgerichte zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung, eines Haftbefehls im Bereich der Zwangsvollstreckung oder Informationen über eine Privatinsolvenz

Zu den kritischen Daten, die eine hohe Fehlerquelle bergen und für den Verbraucher zu Nachteilen führen können, zählen noch die Konditionsanfragen bei einem Kreditinstitut. Eine reine Konditionsanfrage ist für einen Verbraucher immer dann von Interesse, wenn er verschiedene Finanzierungsangebote miteinander vergleichen will. Begeht die Bank bei der Meldung an die SCHUFA einen Fehler und meldet die Konditionsanfrage als Kreditanfrage, kann dies später zu einer schlechteren Bewertung führen. Tatsächlich wurden dann zwar nur verschiedene Angebote durch den Verbraucher gesichtet, für die nächsten Kreditinstitute stellt sich dies jedoch als erfolgloser Versuch dar, bei der eintragenden Bank einen Privatkredit zu erhalten.

Strittige Forderungen werden nicht gespeichert

Nichts in der SCHUFA zu suchen haben strittige Forderungen. Es kommt vor, dass Unternehmen mit einem Eintrag drohen, um die Zahlungswilligkeit ihrer Kunden zu erhöhen. Besteht jedoch eine Auseinandersetzung über die Berechtigung des Anspruchs, ist dies unzulässig. Gegenüber der SCHUFA hat der Verbraucher einen Anspruch auf Löschung, sollte es zum Eintrag gekommen sein oder davor einen Unterlassungsanspruch wegen Missbrauch gegen denjenigen, der damit droht.

SCHUFA als Indikator für die Bonität

Bei der Vergabe von Privatkrediten spielt die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Kreditnehmers eine elementare Rolle, sowohl für die Beantragung selbst als auch für die späteren Zinsen, die für den Privatkredit verlangt werden. Anhand der Bonität ermittelt die Bank das Kreditausfallrisiko des Privatkredits, prüft also, wie solvent der Kunde tatsächlich ist. Alternativen hierzu bieten Kredite ohne SCHUFA.

Selbstauskunft und Löschung von Einträgen bei der SCHUFA

Stellt man trotz einwandfreiem Zahlungsverhalten und geregeltem Einkommen Probleme bei Krediten oder Vertragsabschlüssen fest, kann dies mit den SCHUFA-Einträgen zusammenhängen. In diesem Fall sollte unbedingt eine Selbstauskunft eingeholt werden, denn eine automatische Auskunft über Einträge wird von der SCHUFA nicht erteilt.

Seit dem 01. April 2010 ist die SCHUFA verpflichtet, jedem Bürger auf Anfrage einmal jährlich eine kostenfreie Selbstauskunft zur Verfügung zu stellen. Wenn man in dieser Auskunft fehlerhafte Eintragungen über eine längst erledigte Forderung, nicht mehr bestehende Kontoverbindung oder überhaupt nicht existierende Verpflichtungen feststellt und dies auch nachweisen kann, besteht ein Anspruch auf umgehende Löschung.

Bei allen übrigen Vertragseinträgen erfolgt die Löschung gewöhnlich drei Jahre nach dem Jahr, in dem die Eintragung oder schließlich die Erledigung erfolgte. Daten über Kontoverbindungen werden direkt nach der Auflösung gelöscht. Kreditanfragen sind zehn Tage sichtbar, werden aber ein Jahr gespeichert. Eintragungen ins Schuldnerverzeichnis können mit dem schriftlichen Nachweis über die Löschung dort auch bei der Schufa vorzeitig gelöscht werden.

Die schlechteste aller Eintragungen, diejenige über eine Privatinsolvenz, wird nicht vorzeitig gelöscht, auch wenn die Restschuldbefreiung erfolgreich erteilt wurde. Erst drei Jahre später kommt es zur vollständigen Bereinigung aller negativen SCHUFA-Eintragungen. Diese Regeln für die Verbraucherinsolvenz gelten auch für die Regelinsolvenz, die sogar negativ eingetragen wird, sollte das Verfahren mangels Masse abgewiesen worden sein.

SCHUFA-Scoring und SCHUFA-Klausel

Das SCHUFA-Scoring ist umstritten. Unterschieden in den Basis-Score, der ganz allgemein die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls berechnen soll, und den Branchen-Score können unterschiedliche Score-Werte bestehen, die erhebliche Auswirkungen auf die Bereitschaft der Vertragspartner zum Abschluss haben.

Schufa Werte nicht nachprüfbar

Je höher der Score-Wert, desto besser ist dies für den Verbraucher. Da das Zustandekommen des Scores aber nicht wirklich transparent gemacht wird, sind für den Verbraucher die Fehlerquellen nicht nachprüfbar.In der Regel werden die Score-Werte aber in eine Art Schulnoten-System von 1-6 gezählt. In diesem Schulnoten wirdn dan Kreditnehmern dann das Kreditausfallrisiko dargestellt.

Zu den üblichen SCHUFA-Daten kommen wohl allgemeine demografische Daten wie Wohnlage oder allgemeine Arbeitssituation hinzu. Dieser Wert kann sich schon im Einzelfall durch eine einzige Kreditanfrage stark verschlechtern. Auch überzogene Kreditlinien und Zahlungsausfälle bei Krediten verschlechtern den Score-Wert. Alle drei Monate wird er allerdings aktualisiert und kann durch Ausgleich solcher Forderung und korrekte Einhaltung der Dispositionslinien verbessert werden.

Schufa Auskünfte verweigern

Es besteht außerdem die rechtliche Möglichkeit, die Weitergabe der Score-Werte an die SCHUFA-Kunden zu untersagen. Zu bedenken ist dann allerdings, dass die zukünftigen Kreditgeber instinktiv von einem schlechten Score-Wert ausgehen werden und der Vertrag nicht zustande kommt.

Schufa Klausel

Ein ähnliches Prinzip betrifft die SCHUFA-Klausel, die sich heute unter fast allen Verträgen nicht nur im Kreditbereich findet. Es besteht keine Verpflichtung, diese Klausel zu unterschreiben, mit der man dem Vertragspartner nicht nur die Abfrage der Daten, sondern auch die Meldung an die SCHUFA erlaubt.

Kein Kreditinstitut wird ohne Einwilligung mittels SCHUFA-Klausel einen Vertrag abschließen. Gleichzeitig muss davon ausgegangen werden, dass dennoch Abfragen gemacht werden, auch wenn dies ohne Einwilligung nicht zulässig ist und die Folge kann wiederum eine sich schlecht auf den Score-Wert auswirkende Kreditanfrage sein.

Kunden der SCHUFA

Die Kunden der SCHUFA werden in drei Kategorien unterteilt, die auch unterschiedliche Auskünfte erhalten.

A-Kunden sind Kreditinstitute und ihre verwandten Unternehmen wie Leasinggesellschaften. In der Auskunft an sie werden sowohl negative wie aber auch positive Merkmale mitgeteilt.

Die B-Kunden erhalten ausschließlich negative Merkmale. Zu ihnen gehört auch der elektronische Versandhandel, Telekommunikationsunternehmen oder auch Dienstleister aus dem Versicherungsbereich.

F-Kunden können Adressdaten abfragen. Bei ihnen handelt es sich in erster Linie um Inkassounternehmen. Ebay nutzt die Adressdatenverifizierung über die SCHUFA, bevor ein neuer Account freigeschaltet wird.

Privatleute können nicht spähen

Privatleute, die sich für die Finanzen ihrer Nachbarn interessieren, haben keinen Zugriff auf SCHUFA-Daten. Es kann jedoch vorkommen, dass sogenannte Gefälligkeitsauskünfte eingeholt werden über einen Geschäftspartner der SCHUFA. Dies ist zwar nicht zulässig, wird aber durch die SCHUFA, die das Vorliegen der Einwilligung nicht überprüft, nicht unterbunden.

Vermieter sind keine Geschäftspartner der SCHUFA. Wollen sie eine Auskunft ihrer zukünftigen Mieter haben, müssen sie die Vorlage einer Selbstauskunft verlangen. Zulässig ist dies nicht, wird aber häufig zur Vertragsbedingung gemacht.

Auswirkungen der Schufa bei Arbeitslosigkeit, Hartz VI oder Auswanderung ins Ausland

Auch ein Negativ-Eintrag steht einer Auswanderung ins Ausland gewöhnlich nicht entgegen, da Auswanderungsbehörden keine SCHUFA-Auskünfte einholen. Sie sind wie der überwiegende Teil der im Ausland ansässigen Banken und Unternehmen nicht Mitglied der SCHUFA.

Ebenso wenig finden sich Einträge über den Bezug von Sozialleistungen oder Arbeitslosengeld. Häufig lässt sich dies aber anhand des eingeräumten Dispositionskredits ablesen. Banken gewähren diesen in der Regel in Höhe von bis zu drei Monatseinkommen. Da viele Banken den Dispositionskredit kündigen, sobald sich auf dem Konto Zahlungen der Bundesagentur oder des Sozialamtes finden, ist dies in der Auskunft ein negativer Faktor.

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