Restschuldversicherung

glückliche FamilieBankkunden, die sich für den Abschluss eines Kredites entschieden haben, erhalten in den meisten Fällen auch ein Angebot für die Restschuldversicherung. Sie soll den Kreditnehmer sowie dessen Hinterbliebene im Ernstfall finanziell absichern.

Restschuldversicherung

Unter der Restschuldversicherung versteht man eine explizite Kreditversicherung, die vor allem beim Abschluss von Ratenkrediten oder Autokrediten angeboten wird. Sie ist eine freiwillige Versicherung und kann den Kreditnehmer und dessen Hinterbliebene im Todesfall finanziell absichern, denn sie übernimmt dann die noch offene Kreditsumme und zahlt so den verbleibenden Kreditbetrag vollständig zurück.

Sie kann aber auch bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit einspringen und die monatlichen Kreditraten übernehmen.

Varianten der Restschuldversicherung

Die Banken bieten häufig verschiedene Varianten der Restschuldversicherung, so dass Kreditnehmer frei entscheiden können, welchen Umfang ihrer private Absicherung haben soll.

So bieten die Banken:

  • das Basispaket, welches lediglich die Todesfallabsicherung enthält
  • die kombinierte Absicherung hingegen trägt das Todesfallrisiko sowie das Risiko bei Arbeitsunfähigkeit
  • im Komplettpaket ist dann zusätzlich die Absicherung bei Arbeitslosigkeit enthalten

Details der Restschuldversicherung

Vor dem Abschluss einer Restschuldversicherung sollten sich Versicherungsnehmer genau über den Umfang der jeweiligen Versicherung entscheiden. Nicht in jedem Fall leistet die Versicherung nämlich immer vollumfänglich. So kann die Leistung im Todesfall ausgeschlossen werden, wenn der Versicherte bereits länger schwer erkrankt ist und hieran innerhalb von 24 Monaten nach Vertragsabschluss verstirbt. Auch bei Arbeitslosigkeit tritt die Versicherung nicht in jedem Fall ein, hier muss in einigen Fällen eine mindestens zweijährige Beschäftigung beim Arbeitgeber nachgewiesen werden.

Wichtig ist ebenfalls zu wissen, dass die Restschuldversicherung oft nur begrenzt leistet. So übernimmt sie im Todesfall zwar die komplette noch offene Kreditsumme, bei Arbeitslosigkeit oder bei Arbeitsunfähigkeit übernimmt sie die monatlichen Raten allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum. Dieser kann auf zwölf bzw. 24 Monate beschränkt werden.

Es ist somit wichtig, die Details der Restschuldversicherung zu kennen und die Vertragsbedingungen anderer Anbieter zu studieren, um günstigere und leistungsstärkere Verträge zu erhalten.

Höhe der Restschuldversicherung

Die Höhe der Restschuldversicherung orientiert sich an der Kredithöhe, denn es kann maximal diese Summe versichert werden. Wird beispielsweise ein Kredit über 20.000 Euro aufgenommen, wird auch die Todesfallabsicherung in dieser Höhe vereinbart. Die Absicherung der Arbeitsunfähigkeit und der Arbeitslosigkeit erfolgt dann in Höhe der monatlichen Kreditrate, also beispielsweise über 350 Euro monatlich.

Vergleich der Angebote ist sinnvoll

Die Restschuldversicherung wird in der Regel von der Kredit gebenden Bank angeboten, da diese mit Versicherungen in Kooperation steht und für den Vertragsabschluss natürlich auch Provisionen erzielt.

Allerdings ist es möglich, die Restschuldversicherung auch bei anderen Anbietern zu nutzen. Oftmals sind deren Angebote sogar günstiger. Ein Vergleich der Restschuldversicherung kann sich somit durchaus lohnen und nicht selten einige hundert Euro Kostenersparnis mit sich bringen.

Warum viele Banken auf den Abschluss drängen

Wie oben bereits erwähnt, arbeiten die Banken für das Restschuldversicherungsangebot mit Versicherungsunternehmen zusammen. Sie erzielen hierdurch zusätzliche Provisionen, was die Ertragskraft der Bank steigert.

Gleichzeitig wird die Restschuldversicherung als zusätzliche Kreditsicherheit genutzt und an die Bank abgetreten. Diese sichert sich somit auch für Ernstfälle vor einem Kreditausfall ab, denn Risiken im Todesfall oder Risiken bei Einkommenseinbußen durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit müssen so nicht mehr befürchtet werden.

Kosten einer Restschuldversicherung

Da die Restschuldversicherung aus einer Risikolebens-, einer Berufsunfähigkeits- und einer Arbeitslosigkeitsversicherung besteht und diese Risiken mit zunehmendem Lebensalter größer werden, orientieren sich auch die Kosten der Restschuldversicherung vornehmlich am Alter der zu versichernden Person. Die Prämien steigen demnach an, je älter der Versicherungsnehmer ist.

Zusätzlich nimmt aber auch die Kredithöhe sowie die Kreditlaufzeit Einfluss auf die Versicherungsprämie. Die Kosten können je nach Laufzeit, Alter und Kredithöhe zwischen 300 – 5.000 Euro variieren. Diese Kosten sind dann bei Vertragsabschluss in einer Summe fällig.

Restschuldversicherung wird häufig mitfinanziert

Da dieser Betrag von vielen Kreditnehmern nicht aufgebracht werden kann, finanzieren die Banken den Versicherungsbetrag einfach mit und fordern dann monatlich kleine Raten für die Restschuldversicherung. Allerdings muss die Versicherungsprämie in diesem Fall mit finanziert werden, was zu zusätzlichen Zinskosten führt.

Angabe der Restschuldversicherung im effektiven Jahreszins

Da die Restschuldversicherung eine freiwillige Versicherung ist und von den meisten Banken bei Vertragsabschluss nicht explizit gefordert wird, muss sie rein rechtlich nicht in den effektiven Jahreszins mit eingerechnet werden. Hierin sind lediglich die Nominalzinsen sowie die Bearbeitungsgebühren enthalten.

Nur dann, wenn ein Kreditabschluss ohne Restschuldversicherung nicht möglich wäre, müsste dieser in den Effektivzins eingerechnet werden.

Aus diesem Grund sind Restschuldversicherungen immer optional und können auf Wunsch auch weggelassen werden. Die Bank wird den Kreditabschluss dann in der Regel nicht verweigern. Dies sollten Kreditnehmer nie vergessen, auch wenn einige Bankberater für höhere Provisionen auf einen solchen Abschluss drängen.

Widerruf der Restschuldversicherung

Wie jeder „normale“ Versicherungsvertrag kann auch eine Restschuldversicherung gekündigt oder gar widerrufen werden. Wer beim Termin bei der Bank eine solche Versicherung unterschrieben hat, zuhause aber feststellt, dass bereits eine ausreichende Absicherung vorhanden ist, kann den Vertrag innerhalb einer Frist von 14 Tagen widerrufen und erhält dann die zur Anrechnung gebrachte Versicherungsprämie zurückerstattet.

Kündigung der Restschuldversicherung

Ebenso ist es möglich, eine Restschuldversicherung vor Vertragsablauf zu kündigen. Die Kündigung kann dabei separat vom Versicherungsvertrag an die Versicherung gesandt werden. Diese wird dann den noch nicht in Anspruch genommenen Versicherungsbetrag rückerstattet.

Gleiches gilt, wenn der Kreditvertrag vorzeitig abgelöst oder umgeschuldet wird. Auch in diesem Fall erhalten Versicherungsnehmer die Versicherungsprämien anteilig zurück.

Wann sich eine Restschuldversicherung lohnt

Eine Restschuldversicherung lohnt sich immer dann, wenn Kreditnehmer über (noch) keine private Absicherung verfügen, selbst aber Hauptverdiener einer Familie sind. In diesem Fall kann das Komplettpaket der Familie und dem Kreditnehmer finanziell helfen, wenn unvorhersehbare Ereignisse eintreten.

Aber auch Singles können von der Restschuldversicherung profitieren. Auch wenn ihnen die Absicherung im Todesfall meist nicht wichtig ist, kann der Schutz bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit im Ernstfall helfen, die monatlichen Kosten trotz Einkommensverluste zu tragen und so die Finanzierbarkeit langfristig zu sichern.

Bei kleineren Krediten (bis 5.000 Euro) hingegen oder wenn bereits eine private Absicherung vorhanden ist, lohnt sich der Abschluss einer Restschuldversicherung häufig nicht.

Mögliche Alternativen zur Restschuldversicherung

Für die private Absicherung stehen neben der Restschuldversicherung auch weitere Versicherungsvarianten zur Verfügung, die ebenfalls genutzt werden können.

Lebensversicherung bzw. Risiko-Lebensversicherung

Hierzu gehört in erster Linie die private Lebensversicherung. Vorteil gegenüber der Restschuldversicherung ist, dass deren Höhe frei vereinbart werden kann, wodurch auch die Lebenshaltungskosten der Hinterbliebenen für einen gewissen Zeitraum abgesichert werden können.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ebenfalls eine Alternative ist die private Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie übernimmt eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente, wenn der Betroffene seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann. Auch in diesem Fall ist die Rente nicht nur auf die Kreditrate begrenzt, sondern kann auf Wunsch auch höher ausfallen.

Die Absicherung bei Arbeitslosigkeit kann anderweitig nicht erfolgen.

Fazit zur Restschuldversicherung

Die Restschuldversicherung ist eine in vielen Fällen durchaus sinnvolle Versicherung, da sie bei verschiedenen Lebensereignissen leistet, in denen finanzielle Risiken drohen. Sie eignet sich vor allem für Menschen, die keine anderweitige Vorsorge getroffen haben und hiermit die Hinterbliebenen oder aber sich selbst absichern wollen. Menschen mit ausreichender privater Vorsorge können hierauf jedoch auch verzichten, sollten allerdings das Risiko der Arbeitslosigkeit bedenken.

Wer den Abschluss der Restschuldversicherung als sinnvoll erachtet, sollte allerdings die Preise vergleichen, denn diese können nachweislich um mehrere hundert Euro schwanken.

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