Bonität Kreditwürdigkeit - Bonitätsprüfung

BonitätsermittlungUnter der Bonität versteht man die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen oder Unternehmen und somit deren Fähigkeit, aufgenommene Kredite zurückzuzahlen. Die Bonität ist für Banken eine wichtige Kenngröße, denn nur wenn diese entsprechend positiv ausfällt, sind auch die Ausfallrisiken bei Krediten niedrig. Aus diesem Grund wird vor jeder Kreditvergabe die Bonität ausführlich geprüft.

Bonitätsprüfung

Eine Bonitätsprüfung wird in regelmäßigen Abständen durchgeführt, um die Kreditwürdigkeit beurteilen zu können. Dabei wird ein Score-Wert ermittelt, der die Ausfallwahrscheinlichkeit vergebener Kredite widerspiegelt. Die Zusammensetzung dieser Punkte kann allerdings von Kreditinstitut zu Kreditinstitut variieren, da die unterschiedlichen Merkmale wie Wohnort, Beruf, Sicherheiten, Haushaltsüberschuss und Kontoführung differenziert gewichtet und bewertet werden.

Neben dieser regelmäßigen Bonitätsprüfung wird bei einem Kreditantrag, zum Beispiel für einen AutokreditSofortkredit, ein Hypothekendarlehen oder für die Ausgabe von Kreditkarten, eine vollständige und neue Prüfung durchgeführt. Hierfür sind dann verschiedene Unterlagen einzureichen, zu denen neben den Gehaltsnachweisen auch die Einkommenssteuerbescheide sowie Unterlagen zu den vorhandenen oder neuen Sicherheiten gehören können.

Variable Ergebnisse

Bei einer solchen Bonitätsprüfung wird, wie oben bereits erwähnt, ein Score-Wert festgelegt, der zwischen 1 und 6 liegt. Dabei wird vor allem die Wahrscheinlichkeit bewertet, mit der ein Kreditkunde seinen Verpflichtungen in der Zukunft nachkommen wird.

Kunden mit einem Score-Wert von eins weisen eine einwandfreie Bonität auf, so dass die Banken Kreditanträge in der Regel positiv bewerten. Ab einem Score-Wert von drei jedoch sind die Banken bei Kreditvergaben bereits vorsichtig bzw. berechnen Zinsaufschläge, um eventuell höhere Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle hiermit finanzieren zu können.

Aufgrund der regelmäßigen Bonitätsprüfung ist es allerdings auch möglich, seinen Score-Wert bei einwandfreier Kontoführung wieder zu verbessern und so die Chancen auf einen späteren Kredit zu erhöhen.

Gesetzliche Grundlagen zur Bonitätsermittlung

Obwohl die Banken die Bonitätsermittlung regelmäßig durchführen, fehlen gesetzliche Grundlagen hierfür nahezu vollständig. Verschiedene Regelungen in den einzelnen Bundesländern sowie das Bundesdatenschutzgesetz legen lediglich fest, welche Daten von den Kreditinstituten gespeichert und verwendet werden dürfen. Wie sich der Score-Wert zusammensetzt oder welche Faktoren direkt Einfluss auf die Bonitätsermittlung nehmen, ist hingegen nicht gesetzlich geregelt. Hier kann jedes Kreditinstitut frei entscheiden und eigene, interne Richtlinien festlegen.

Aus diesem Grund finden sich von Institut zu Institut auch mitunter recht unterschiedliche Bewertungskriterien, weshalb ein Kunde bei einer Bank eher negativ, bei der anderen aber vielleicht durchaus positiv bewertet wird.

Lediglich für Ratenkredite ab 750.000 Euro verlangt der §18 des Kreditwesengesetzes eine detaillierte und regelmäßige Kreditprüfung, da derart hohe Summen auch den Fortbestand einer Bank gefährden könnten, sollten Ausfälle drohen.

Kriterien zur Bonitätsermittlung

Die Bonitätsermittlung soll der Bank Auskunft darüber geben, ob ein Kunde in der Zukunft in der Lage ist, seine monatlichen Kreditraten zu finanzieren. Aus diesem Grund wird im Rahmen dieser Prüfung die aktuelle Situation, aber auch die mögliche kommende Situation ausführlich bewertet. Neben der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit wird aber auch die persönliche Kreditfähigkeit geprüft. Aus diesem Grund gehen sowohl die wirtschaftliche wie auch die persönliche Bonität in die Prüfungen der Banken mit ein.

Persönliche Bonitätsprüfung

Im Mittelpunkt der persönlichen Bonitätsprüfung stehen der Kreditnehmer sowie dessen Zahlungswilligkeit und die Zuverlässigkeit. Zu den Kriterien, die in diesem Zusammenhang bewertet werden, gehören die berufliche Qualifikation, die Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit.

Letzteres wird durch die Abfrage der Schufa-Daten geprüft, denn hierin finden sich Angaben dazu, ob bisherige Kredite ordnungsgemäß getilgt wurden. Um in die Schufa-Daten einsehen zu können, fordern die Banken in der Regel die hierfür notwendige Genehmigung mit ein.

Wirtschaftliche Bonitätsprüfung

Deutlich wichtiger als die persönliche Bonitätsprüfung ist die wirtschaftliche Bonitätsprüfung, denn sie gibt Auskunft darüber, ob der Antragsteller in der Lage sein wird, die monatlichen Ratenverpflichtungen aus seinem Einkommen bedienen zu können. Um dies festzustellen, wird eine Haushaltsrechnung aufgestellt, bei der Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden.

Wichtig ist dabei, dass im Rahmen der Einnahmen lediglich dauerhaft erzielbare Einkommen berücksichtigt werden, weshalb befristete Arbeitseinkommen, Elterngeld und Arbeitslosengeld als Einkommen nicht berücksichtigt werden können. Für den Nachweis der Einkommen müssen dann die Einkommensbelege bzw. die Rentenbescheide eingereicht werden.

Unterlagen für die Bonitätsprüfung

Damit die Bank die Bonität eines Kreditantragstellers prüfen kann, benötigt sie einige Unterlagen. Für die Ermittlung der persönlichen Bonität gehören hierzu:

  • Nachweis einer festen und unbefristeten Beschäftigung
  • Unter Umständen Nachweis beruflicher Qualifikationen

Um die wirtschaftliche Bonität bewerten zu können, werden ebenfalls Unterlagen benötigt. Vom Kreditnehmer sind in diesem Zusammenhang vorzulegen:

  • Einkommensnachweise bei Arbeitnehmern und Beamten
  • Rentenbescheide bei Rentnern
  • Betriebswirtschaftliche Auswertungen bzw. Bilanzen bei Selbstständigen
  • Nachweis über feste monatliche Ausgaben
  • Kopien vorhandener Kreditverträge
  • Nachweis von Vermögen, sofern dieses in die Finanzierung eingebracht werden soll

Ermittlung des Bonitätsindex

Nach Abschluss der Bonitätsprüfung ermitteln die Banken dann einen Bonitätsindex, der die Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten widergibt. Sowohl die Banken wie auch die externen Auskunfteien wie Schufa und Creditreform nutzen dabei allerdings recht unterschiedliche Bewertungskriterien, so dass man nicht von einem einheitlichen System ausgehen kann.

Als ausgezeichnet oder sehr gut werden Kreditnehmer jedoch nur dann eingestuft, wenn ihre Ausfallwahrscheinlichkeit weniger als 0,5% beträgt.

Einfluss externer Auskunfteien

Neben den eigenen Prüfungsvorgängen nutzen die Banken immer häufiger auch die Bewertungen externer Auskunfteien wie der Schufa oder der Creditreform. Auch sie speichern Daten von Kreditnehmern und ermitteln anhand dessen einen Bonitätsindex. Dieser wird dann an die Banken übermittelt und dort in vielen Fällen ohne weitere Prüfung übernommen.

Es kann daher durchaus sein, dass die Kreditwürdigkeit unterschiedlich bewertet wird, wenn die Banken verschiedene Auskunfteien nutzen, da sich deren Bewertungskriterien nicht unerheblich unterscheiden können. Auch unvollständige Daten können negative Auswirkungen haben, denn wenn Daten für die Auswertungen fehlen oder gar falsch sind, kann dies einen schlechten Bonitätsindex zur Folge haben, der sich dann negativ auf die Zinsberechnung auswirkt oder gar für eine Kreditablehnung sorgt.

Bewerten die Banken willkürlich schlechter?

Die Banken nutzen die Bonitätsprüfung nicht nur dazu, über einen Kreditantrag positiv oder negativ zu entscheiden, sondern sie nehmen die Bonität auch zur Grundlage der Zinsfestlegung. Niedrige Zinsen werden immer dann vergeben, wenn Kunden eine einwandfreie Bonität nachweisen können, Zinsaufschläge müssen hingegen getragen werden, wenn die Bonität nicht als ausgezeichnet oder sehr gut bewertet wird.

Da es kaum nachvollziehbar ist, welche Kriterien in welcher Gewichtung Einfluss auf die Bonität nehmen, kann es durchaus Fälle geben, in denen die Bonität negativ bewertet wird, nur um höhere Zinsen beim Kunden durchzusetzen. Vor allem die so genannten „weichen“ Merkmale wie Dauer der Kontoverbindung, Häufigkeit von Umzügen und der Familienstand stehen dabei in der Kritik.

Kreditsuchende, die sich negativ bewertet fühlen, sollten in diesen Fällen zu einer anderen Bank gehen und dort erneut einen Ratenkredit nachfragen. So lassen sich Angebote der Banken noch besser vergleichen. Die Alternative sind bonitätsunabhängige Kredite, deren Zinssätze für alle Kunden einheitlich gelten.

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